Zehnter WindEnergy trend:index: Stimmung in der Windindustrie in Deutschland weiterhin rekordverdächtig gut

In der nunmehr zehnten Ausgabe des WEtix bleiben die positiven Einschätzungen des letztes Halbjahres für Deutschland, Europa, Nordamerika und Asien erhalten. Dennoch ist fast überall ein leichter Rückgang zu vernehmen. Der lang anhaltende, steile Aufstieg der Stimmung in Deutschland kam nun erstmal seit drei Jahren zum Halten – das Niveau ist, gemessen am gesamten Zeitraum des WEtix, aber immer noch rekordverdächtig hoch. Während die Ergebnisse auf verbreitete Sorgen in der Windindustrie hinsichtlich gestörter Lieferketten sowie fehlender Bildungsangebote hindeuten, sind sich die Teilnehmenden bezüglich der Auswirkungen des Ukrainekrieges nicht einig. Die Einsparpotenziale durch neue Technologien werden erstmals wieder positiver wahrgenommen.

Zu diesen Ergebnissen kommt der neue WindEnergy trend:index (WEtix), der seit 2018 halbjährlich veröffentlicht wird. Herausgeber des Trendbarometers ist WindEnergy Hamburg, die Weltleitmesse für Windenergie On- und Offshore, in Zusammenarbeit mit wind:research, dem führenden Marktforschungsinstitut für Windenergie. Im Rahmen der aktuellen Umfrage haben mehr als 800 Personen ihre Einschätzung zu den Entwicklungen der weltweiten On- und Offshore-Windindustrie abgegeben. Insgesamt haben damit seit 2018 über 10.000 Expert:innen am WEtix teilgenommen. Die Umfrage umfasst alle weltweiten On- und Offshore Regionen. Als Marktregionen wurden Deutschland, Europa (inkl. DE), Nordamerika, Asien und der „Rest der Welt“ – Afrika, Australien und Zentral- sowie Südamerika – definiert.

 

Leichter Rückgang der Stimmung in allen Regionen, aber weiterhin durchweg positive Einschätzung

 

Seit der letzten Ausgabe des WEtix im ersten Halbjahr 2022 hat sich – im Vergleich zu den teilweise extremen Änderungen der Vorjahre – recht wenig getan. Für alle Regionen, Zeiträume und Branchen hat sich ein sehr ähnliches Bild ergeben: das hohe und durchweg positive Niveau des Vorjahres hielt sich oder nahm leicht ab. Die seit dem zweiten Halbjahr 2019 stetig steigende Stimmung in Deutschland kam erstmals zu einem Halt. Damit erreicht es nicht mehr ganz das Rekordniveau vom letzten WEtix, liegt aber weiterhin – im Vergleich zum gesamten Beobachtungszeitraum – auf einem sehr hohen Niveau und in der Nähe der anderen Regionen. Ebenfalls nah beieinander liegen auch die anderen Regionen. Wie bereits in der Vorausgabe ist eine Annäherung aller Regionen festzustellen. Übergreifend werden die Rahmenbedingungen bzw. die Stimmung auf den Märkten im mittleren bzw. gar oberen positiven Bereich eingeschätzt.

Für fast alle anderen Regionen ergeben sich ähnliche Verläufe: nach mehreren Ausgaben mit steigender Stimmung bzw. mindestens gleichbleibend hohen Bewertungen trat in dieser Umfrage ein – teilweise marginaler – Rückgang ein. Zwar wird auch dieses Mal die Offshore-Branche optimistischer bewertet, jedoch schrumpfen die Unterschiede.

 

Hohe Relevanz der Bildungsangebote und Sorgen durch gestörte Lieferketten
 

Zwar wird die Windindustrie weiterhin größtenteils optimistisch betrachtet, dennoch bestehen auch gewisse Sorgen der Marktteilnehmer:innen. Erstmal wurde im WEtix nach der Bedeutung der Aus- und Weiterbildung für die Windindustrie gefragt. Die Ergebnisse sind klar: zwei Drittel der Befragten schreiben ihr eine hohe Bedeutung zu – der Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel wird deutlich. Ebenfalls mit zwei Dritteln wird die Stärke des Einflusses gestörter bzw. unterbrochener eingeschätzt. Das spiegelt die Sorgen der Expert:innen bezüglich aktueller geopolitischer Ereignisse – zurückzuführen bis zur Corona-Pandemie – wider. Erstaunlich neutral wurden in diesem WEtix die Auswirkungen des Ukrainekriegs eingeschätzt. Ebenso so viele Leute schätzen die Einflüsse positiv wie negativ ein – dies steht in klarem Gegensatz zu den Antworten der letzten Ausgabe, wo ein negativer Einfluss erwartet wurde.

Ebenso bemerkenswert ist die weitaus geringere Bedeutung, die in dieser Ausgabe der Produktion von grünem Wasserstoff zugeschrieben. Erstmals seit zwei Jahren waren (deutlich) weniger als 50 Prozent der Befragten davon überzeigt, dass sie keine große Bedeutung einnehmen wird. Deutlich optimistischer waren die Antworten auf die Frage nach Einsparpotenzialen durch neue Technologien. Nachdem diese Frage in den letzten Jahren sehr konstant (und positiv) beantwortet wurde, kam nun wieder Bewegung in diese Frage: sowohl für Off- als auch Onshore wurden die Potenziale noch besser eingeschätzt, für letzteres sogar deutlich besser.

 

Kontakt bei Fragen zu Inhalt, Auswertung und Methodik und wind:research:

Dirk Briese, Tel: +49 (0)421-43730-0, presse@windresearch.de

 

 

Über wind:research:

Das Marktforschungsinstitut wind:research liefert mit Marktstudien und Analysen sowie Gutachten bis hin zu M&A-Leistungen für die Windenergie detaillierte Ansätze zur Strategieentwicklung für Energieversorger, Projektentwickler, Betreiber, Hersteller von Komponenten und Anlagen sowie für Kommunen, Länder und Bund. Zudem bietet es wöchentliche Clippings zu einem weiten Themenspektrum, zum Beispiel auch Wasserstoff. Weitere Informationen: www.windresearch.de

 

Zum WEtix:

Der WindEnergy trend:index ist ein Stimmungsbarometer für die Branche, das von der WindEnergy Hamburg, Weltleitmesse für On- und Offshore-Windenergie, in Zusammenarbeit mit wind:research, dem führenden Marktforschungsinstitut für Windenergie, erstellt wird. Die Befragung fokussiert dabei die Untersuchung der Potenziale in der Windenergie im On- und Offshore-Bereich.

 

Zur Befragung:

Rund 14 % der Teilnehmenden arbeiten nur im Offshore-Bereich, während ca. 36 % überwiegend im Onshore-Sektor aktiv sind. Etwa 43 % fokussieren sich sowohl auf Onshore als auch Offshore.

40 % der befragten Personen sind im Bereich Betrieb und Wartung tätig. Außerdem betätigen sich rund
37 % an der Herstellung sowie Planung und Projektierung und etwa ein Fünftel an der Installation. Innerhalb der Herstellung – mit deutlich über 50 % der wichtigste Sektor – liegen die Schwerpunkte insbesondere auf dem Bau von Turbinen und Rotorblättern.

Etwa 67 % der Befragten ist hauptsächlich in Deutschland tätig, ca. 71 % überwiegend in Europa. Jeweils etwa 35 % sind in Nordamerika und Asien aktiv. Im Rest der Welt sind 26 % der Befragten tätig.

Über ein Drittel der Teilnehmenden ist in der Geschäfts-, Unternehmens- oder Betriebsleitung tätig. Auf den nächsten Plätzen folgen Personen aus den Bereichen Vertrieb, F&E und Design sowie Wartung und Instandhaltung

 

Figure 1: Assessment of the global market for onshore wind energy in the next twelve months

Abbildung 1.2: Bewertung des globalen Markts für die Onshore-Windenergie in den kommenden zwei Jahren

Figure 1.2: Assessment of the global market for onshore wind energy in two years

Abbildung 2: Kurzfristige Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Windenergieindustrie

Abbildung 2: Kurzfristige Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Windenergieindustrie

Kontakt

Dana Funck
Pressesprecherin WindEnergy Hamburg
T. +49 40 3569-2442
Dana Funck