Weltleitmesse WindEnergy Hamburg und H2EXPO & CONFERENCE setzen Kurs auf verstärkten Ausbau Erneuerbarer Energien

Vom 27. bis zum 30. September 2022 wird die Hansestadt Hamburg zum Energie-Hub für die Welt. Vier Tage lang dreht sich im Rahmen der WindEnergy Hamburg auf dem gesamten Messegelände alles um die Energieerzeugung aus Wind und dessen Nutzbarmachung. Bei der H2EXPO & CONFERENCE geht es um die Erzeugung, den Transport, die Speicherung und den Einsatz Grünen Wasserstoffs. Das begleitende Konferenzprogramm beider Messen auf offen zugänglichen Bühnen im direkten Messegeschehen können Besuchende und Ausstellende für fachspezifischen Dialog und Netzwerkaufbau nutzen.

Wie ist die aktuelle Situation auf dem Windenergie Markt? Was ist der Status Quo des Grünen Wasserstoffs? Während einer Pressekonferenz der Weltleitmesse WindEnergy Hamburg und der neuen Messe H2EXPO & CONFERENCE diskutierten Experten den Einfluss des russischen Angriffs auf die Ukraine auf den Energiesektor, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Windenergie-Branche sowie den weltweiten Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Mit jeder Menge Fakten und Zahlen gaben die führenden Repräsentanten aus Wirtschaft und Verbänden facettenreiche Einblicke in alle Bereiche der Branche. Um den enormen Bedarf an erneuerbaren Energien perspektivisch decken zu können, betonten sie die Bedeutung des persönlichen Austauschs und Wissenstransfers auf Augenhöhe zwischen der Industrie, den Forschungseinrichtungen und der Politik.

Der  Klimawandel und die Folgen der Corona-Pandemie haben aus unterschiedlichen Gründen starke Auswirkungen auf die regionalen und weltweiten Geschäftsbeziehungen und Handelsströme. Auch die weltpolitischen Entwicklungen machen den rasant steigenden Bedarf an Erneuerbaren Energien deutlich. Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress, erläutert: „Wir spüren die weltweiten Auswirkungen des Krieges: Eine drohende Nahrungsmittelkrise, die den Effekt des Klimawandels verstärkt. Unterbrochene Lieferketten, die sich auf nahezu alle Unternehmen auswirken. Abgebrochene Geschäftsbeziehungen wegen der Sanktionen gegen Russland und eine große Energiekrise in Europa. Jedes Land ohne eigene Gas- und Ölreserven ist auf andere Länder angewiesen. Wir brauchen mehr Erneuerbare Energien. Nicht allein, um unsere Welt vor der globalen Erwärmung zu retten, sondern auch, weil wir Energiesicherheit brauchen. In den nächsten Jahren werden wir viele Fragen zu diskutieren und zu lösen haben. Ein Ort, an dem die Branche zusammenkommt und sich austauscht, ist die WindEnergy Hamburg.“

 

WindEnergy Hamburg und H2EXPO & CONFERENCE bilden ein Power-Team

Mit der parallel zur WindEnergy Hamburg stattfindenden H2EXPO & CONFERENCE gibt Hamburg einer weiteren zukunftweisenden Technologiebranche Raum. Das Schwerpunktthema „Grüner Wasserstoff“ denkt und prozessiert die Windenergie weiter und verknüpft sie über Elektrolyseverfahren mit der Welt der Wasserstoffproduktion, -umwandlung und -nutzung. Aktuell gilt der Grüne Wasserstoff als Energielieferant vor allem in der industriellen Produktion und dem Verkehr als Schlüssel für eine erfolgreiche industrielle Dekarbonisierung.

 

Der Status quo: Fokus auf eine resiliente Branche im Aufwind

Die Corona-Pandemie, daraus resultierende Lieferengpässe und der Krieg in der Ukraine haben Auswirkungen auf den schnellen Ausbau der Windenergie und wirken als Beschleniger auf diese Branche. Gleichwohl fasste Giles Dickson, CEO von WindEurope, pragmatisch zusammen: „Die Windenergie hat sich während der Pandemie als widerstandsfähig erwiesen. Unsere Turbinen drehten sich weiter und produzierten Strom, unsere Branche installierte immer wieder neue Kapazitäten und das Vertrauen der Investoren in die Branche blieb hoch.“

Ben Backwell, CEO des Global Wind Energy Council (GWEC), analysierte den Einfluss des Ukraine-Krieges auf die Dringlichkeit der Energiewende und sagte: „Die Situation in der Ukraine hat die Abhängigkeit der Welt von fossilen Brennstoffen offengelegt.“ Weiter führte er aus: „Fossile Brennstoffe werden als Waffe eingesetzt und die Windindustrie kann dazu beitragen, diese Bedrohung zu beenden. Der gesamte Bereich kann eine entscheidende Rolle bei der Schaffung eines unabhängigen, sicheren Energiesystems spielen, das Netto-Null-Zusagen erfüllt und gleichzeitig die gefährliche Exposition gegenüber der Volatilität fossiler Brennstoffe beendet.“ Die Industrie könne die erforderliche Infrastruktur bereitstellen, langfristige Investitionen tätigen und zur Schaffung eines modernen, sicheren Energiesystems beitragen.

Im klimaneutralen Energiemix der Zukunft spielt der Grüne Wasserstoff eine entscheidende Rolle und Jorgo Chatzimarkakis, CEO von Hydrogen Europe, äußert sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges zur Unabhängigkeit von fossilen Energien: „Um die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren und fossile Energieträger durch Erneuerbare Energien zu ersetzen, führt am Grünen Wasserstoff kein Weg vorbei. Wir erleben einen epochalen Wendepunkt, der uns die Möglichkeit gibt, die Weichen für eine Netto-Null-Kohlenstoff-Zukunft zu stellen. HydroGenewables sind dabei einer der wichtigsten Enabler – auch, um unser Energiesystem widerstandsfähiger und fit für die Zukunft zu machen.“

 

Synergien schaffen: Partnerschaften und Netzwerke für die Energiewende

Eine Landesgrenzen-überschreitende Energiesicherheit, die durch lokal verfügbare, bezahlbare, regenerative Energie sichergestellt wird, erfordert neue Lösungsansätze für die Energieversorgung. Und davon gibt es sowohl in der Windenergie als auch im Wasserstoffbereich vielversprechende Ansätze. Aivars Starikovs, der Vorstandsvorsitzende der Lettischen Wasserstoff-Vereinigung gibt einen Einblick in das zukünftige Leistungsvermögen der baltischen Staaten: „Perspektivisch können alle drei baltischen Staaten zu Schlüssellieferanten von Grünem Wasserstoff für die EU-Industrie werden. Zusammen können Estland, Lettland und Litauen 831 TWh erneuerbaren Stroms für die Produktion von Grünem Wasserstoff liefern – das entspricht mindestens 16 Millionen Tonnen pro Jahr.“ Diese Leistungen sind nur durch eine enge Zusammenarbeit auf politischer und industrieller Ebene zu erreichen. Und auch Ben Backwell betonte die politische Verantwortung der Staaten beim Ersatz fossiler Energieträger durch regenerative Energien und sagte: „Die Energiewende ist eine globale Herausforderung und auch das Wachstum muss global erfolgen. Hier sind Europas REPower-EU-Pläne ein starker Anfang, aber sie müssen durch eine Politik unterstützt werden, die es auch den Industrieunternehmen ermöglicht, in unterschiedlichen Regionen und Bereichen zusammenzuarbeiten. Nur so kann ein globaler Übergang zu einer nachhaltigen Energiewende mit Erneuerbaren Energien Wirklichkeit werden. Wir haben Initiativen in anderen Ländern gesehen, die zu echten Veränderungen führen: Vietnam, Japan, Brasilien und Chile sind Beispiele dafür, wie Regierungen ehrgeizige Ziele definieren und ihre Pläne in die Tat umsetzen. Solche Maßnahmen werden den Übergang in diesen Regionen vorantreiben.“

Auch Morten Dyrholm, Group Senior Vice President, Marketing, Kommunikation, Nachhaltigkeit und öffentliche Angelegenheiten beim Windenergieanlagen-Hersteller  Vestas, betont die Notwendigkeit branchenübergreifender Kooperationen. Er ergänzt: „Um die europäischen und globalen Ziele zu erreichen, braucht die Windindustrie mehr Standorte, schnellere Genehmigungsverfahren sowie erhebliche Infrastrukturinvestitionen in Transport und Logistik für die Onshore- und Offshore-Windkraft, Stromnetze und Wasserstoff. Es muss möglich sein, alle Hindernisse auf globaler, europäischer, nationaler, bundesstaatlicher und lokaler Ebene schnell zu überwinden.“

 

Branchenwachstum mitgestalten: Die Bedeutung einer Weltleitmesse für den Ausbau der Windindustrie und Wasserstoffwirtschaft

Giles Dickson skizzierte das enorme Wachstumspotenzial der Erneuerbaren: „Heute macht Strom ein Viertel des europäischen Energiesystems aus. Bis 2050 werden es drei Viertel sein. 57 % des gesamten Energieverbrauchs werden dann direkt elektrifiziert, 18 % indirekt über Grünen Wasserstoff und seine Derivate. Die Windenergie ist ideal positioniert, um diesen Prozess voranzutreiben. Bis 2050 werden 50 % des gesamten Stroms in der EU aus Wind stammen. Deshalb freuen wir uns, der europäische Partner der WindEnergy Hamburg 2022 zu sein. Während der WindEnergy werden wir analysieren und diskutieren, wie dieser Energie-Übergang Wirklichkeit werden kann.“

Aivars Starikovs betont noch einmal explizit die Bedeutung der Hansestadt Hamburg für die Wasserstoffwirtschaft: „Es ist ausgesprochen wichtig, dass die H2EXPO & CONFERENCE in Hamburg zur Drehscheibe und Meeting-Plattform wird. Die H2EXPO & CONFERENCE kann die wichtige Aufgabe erfüllen, Brücken zwischen Nord- und Osteuropa zu bauen, um so den wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen gemeinsam und gestärkt zu begegnen.“

Bernd Aufderheide fasste die Aussagen der Speaker zusammen und vermittelte eine klare Botschaft für die Messeteilnahme: „Nachhaltige gesellschaftliche und politische Strategien im Umgang mit dem Klimawandel und dem Verzicht auf den Einsatz fossiler Brennstoffe entstehen im Dialog. Und genau den bieten wir unseren Gästen während der WindEnergy Hamburg und H2EXPO & CONFERENCE in Hamburg. Mit mehr als 1.200 ausstellenden Unternehmen und hervorragend vernetzten Partnern, wie den Experten vom GWEC und WindEurope sowie aus nationalen Branchenverbänden, wie dem VDMA und dem BWE erwarten wir 30.000 Gäste aus 100 Nationen, um die klimaneutrale Zukunft mit zu gestalten.“

 

Die gesamte Pressekonferenz als Video-Stream mit weiteren Informationen finden Sie hier.

Kontakt

Dana Funck
Pressesprecherin WindEnergy Hamburg
T. +49 40 3569-2442
Dana Funck

Kontakt

Jusrah Doosry
Pressesprecherin H₂ EXPO & CONFERENCE
T. +49 40 3569-2447
Jusrah Doosry